Sonntag, 28. Juni 2026

AI oder KI und die Aussagen von Menschen

Erstmal erlebe ich eine Aussage. Diese macht einen Eindruck. Man kann der Aussage zugeneigt sein oder sie gleich verwerfen. 

Ist man einer Aussage zugeneigt, stellt sich die Frage, ob es wichtig ist, wer sie macht. Wenn z.B. ein Faschist oder Nationalist eine Aussage macht, die man zuerst für richtig hielt, also wenn man zuerst eine Aussage erlebte und dann erst im Nachhinein erfährt, wer diese Aussage gemacht hat, ändert sich dann die eigene Bewertung der Aussage?

Natürlich nicht. Denn die Richtigkeit von Aussagen ist unabhängig von den Personen, die sie machen. Wenn jemand sagt, die Blätter eines Baumes sind grün, kann ich das nicht abhängig machen, von der politischen Orientierung dieser Person, ob ich die Aussage für wahr oder nicht wahr halte.

Sowohl KI als auch Personen, die ich nicht leiden kann, können richtige Aussagen machen. 

Man kann aber nach Personen oder Quellen suchen, mit denen man die richtigen Aussagen lieber verknüpft. Dies ist erlaubt. :-)

Denn die Quellen, die man für schlecht hält, werden nicht besser, wenn man sie mit richtigen Aussagen verbindet.


TRANSKRIPT
Zuerst ist zu prüfen, ob eine Aussage richtig ist. Im zweiten Schritt schaue ich nach, wer die Aussage gemacht hat. Wenn ich der Meinung bin, die Aussage ist richtig, dann kann ich sie erstmal hinnehmen. Wenn einem die Instanz, die die Aussage verbreitet, nicht gefällt, dann kann man überprüfen, ob die Aussage auch von anderen Quellen verbreitet wird. Zum Beispiel durch einen selbst. Man kann selbst eine Aussage verbreiten, sofern man sie für richtig hält, um jegliche Bezugnahme zu Quellen, die man ablehnt, zu vermeiden. Letztlich zählt sowieso immer nur, ob eine Aussage richtig ist, egal, wer sie verbreitet.

Das heißt, der Inhalt einer Aussage muss geprüft werden und nicht die Quelle. Die Quelle ist nachrangig.

Man kann alle Quellen nutzen, sofern man sich in der Lage sieht, den Inhalt zu beurteilen. Wenn man allerdings sagt, ich kann den Inhalt nicht beurteilen, dazu bin ich nicht fähig, erst dann kommt man überhaupt auf die Idee, man müsse Vertrauen in die Quellen haben. Nur dann macht dieser Schritt überhaupt Sinn. Wenn ich sage, ich bin nicht fähig zu beurteilen, ob eine Aussage richtig ist, dann will ich wenigstens die Quellen prüfen, ob ich ihnen vertraue.

Eine Quelle für wichtig zu erklären, kommt nur dann in Betracht, wenn man Aussagen insgesamt, nicht selbst zu beurteilen im Stande ist. Menschlichen Quellen zu vertrauen, ist eher sinnlos, weil Menschen sich jederzeit verändern können. Sie ändern ihre Haltung, ihre Meinung, ihre Grundorientierung, ihre Beziehungen, ihre Parteizugehörigkeit usw., und darauf habe ich als Außenstehender keinen Einfluss. Das heißt, ich müsste ständig überprüfen, ob meine Quellen mit ihren hervorgebrachten Aussagen immer gleichermaßen meinen eigenen Kriterien und Vorstellungen entsprechen, die dafür ausschlaggebend waren, als ich sie ursprünglich gewählt hatte. Denn auch um Quellen zu vertrauen, braucht der Mensch einen Maßstab. Sonst könnte er allen Quellen vertrauen.

 Es macht somit keinen Sinn, eine Quelle höher zu bewerten, als den Inhalt selbst.

Es kann sein, der Inhalt einer Aussage ist einer falschen Quelle zugeordnet. Dann muss man die Aussage von der Quelle trennen und sie bloß selbst vertreten. Ob eine Aussage sachlich richtig ist, muss man selbst prüfen. Tue ich das nicht, dann überlasse ich es der Quelle zu überprüfen, ob die von der Quelle verbreiteten Aussagen richtig sind. Das wäre aber die ausdrückliche Erklärung der eigenen Unmündigkeit !?

An dieser Stelle wird immer wieder eingewandt, dass wir Menschen nicht zu allen Themen uns schlau machen können, allein aus Zeitgründen. Trotzdem bewerten wir auch in solchen Fällen, instinktiv oder intuitiv die Situationen und Aussagen. Oder es sind einem die Leute, die Aussagen verbreiten unsympathisch, sodass man nicht bereit ist, deren Aussagen für bare Münze zu nehmen, auch wenn sich diese als Sachverständige, Fachleute oder mit Doktortitel darstellen, so kann man die ganze Art, wie die Aussagen vorgebracht werden, ablehnen. Wenn die Leute einen schlechten Eindruck machen, kann man sie ablehnen. Dann bewertet man nicht den Inhalt, weil man es nicht kann, aber man bewertet die Quellen, nach dem eigenen Eindruck.

Somit aber, beurteile und bewerte ich immer selbst. Entweder die Inhalte oder die Quellen.

Wer sich z.B. in Gesundheitsfragen nicht auskennt, bewertet trotzdem immer, entweder die Personen die Aussagen verbreiten oder die Aussagen selbst. Es ist möglich, bestimmte Gruppen und ihre Aussagen zu meiden, während man andere Aussagen und Personen für richtig und passend erklärt. Somit gelangen wir zu individuellen Bewertungen, die das Subjekt vornimmt. Die Bewertung ist korrekt und anzuerkennen, weil sie vom Subjekt gewählt ist. Diese Entscheidung ist gültig. Die Faktoren, die man für seine Bewertung relevant findet, entscheiden die eigene Auswahl. Dies ist von der Umwelt zu respektieren. Das zeigt auch, dass sich keine Außenstehende einzumischen haben.

Es wird nicht das Thema selbst bewertet und beurteilt, sondern wie andere Leute dieses Thema handhaben und beurteilen. Es ist eine Verlagerung oder Verschiebung des eigenen Urteils, auf Menschen und nicht auf die Sache.

Wenn die KI eine Aussage macht, so hat sie sich nicht für diese Aussage entschieden, sondern die systemimmanente Methodik hat sie dazu gebracht, es zu tun. Urteilt und informiert die KI zu Alltagsfragen, dann erweist sich dies meist als richtig, während wenn die KI Grundsatzfragen bezüglich der menschlichen Existenz beurteilen soll, dann sind die Aussagen oft falsch, aber auch nicht immer. Philosophie ist kein Spezialgebiet der KI. Hier ist die macht-gewollte Aussage vorherrschend und die KI kann sich dieser Regel nicht entziehen, sonst wird sie verboten, ihre Verbreitung behindert oder deren Mitarbeiter als Kriminelle denunziert. Die KI dient somit auch den herrschenden Verhältnissen, weil sie in diese eingebettet ist. 

So sind Aussagen über die menschliche Seele parteiisch, indem Unbewiesenes, nämlich dass keine Seele nachweisbar sei, verbreitet wird, während auch die Aussage möglich ist, dass der Mensch eine eigenständig seelisch-geistige Entität sei, aber diese nicht zum Zug kommt, weil es die bestehenden Verhältnisse nicht zulassen. Das heißt, die KI ist in ihren Aussagen nicht neutral. Man kann ihr vorschreiben, was sie sagen soll. 

KI ist aber grundsätzlich möglich, als neutrale Quelle für Informationen. Man muss es halt wollen.

Die KI wird aber heute solche Aussagen verbreiten, die in der Öffentlichkeit als korrekt durchgehen. Insbesondere dann, wenn verschiedene Sichtweisen möglich wären. Sie wird also immer auch fragen, welche Antworten sind in jenem Land z.B., als korrekt erlaubt. 

Sind die Vorschläge der KI praktikabel, funktioniert das, was die KI andeutet, im Vergleich zu anderen Optionen, in der optimalsten Weise, wie man es erwartet (z.B. eine schnelle Lösung anzustreben) und ist die Aussage der KI schlüssig und logisch. Welche Erfahrung mache ich mit der KI. Bin ich mit den Abläufen und Hilfestellungen, die ich erhalte zufrieden.

Die KI soll allen Menschen bei ihren Anliegen helfen. Die richtigen, hilfreichen Hinweise sollten ohne Bezahlung zugänglich sein. Aber man braucht einen Internetanschluss und ein Anzeigegerät (z.B. Smartphone, PC, Notebook, Tablet, etc.). Die benötigten Antworten sollten als Menschheitswissen zugänglich sein. Wer sein Wissen nicht zur Verfügung stellen will, muss es verbergen. Aber leben wir nicht in einer sozialen Welt? Das heißt, immer mit unseren Mitmenschen. Welches Wissen soll ich dann verbergen? Und neben jenen Menschen, die ihr Wissen verbergen wollen oder nur gegen Bezahlung hergeben, gibt es mindestens genauso viele, die gerne ihr Wissen anderen zur Verfügung stellen. Ob sie es selbst bereitstellen oder die KI ihre Aussagen im Internet findet, wäre unerheblich, wenn es darum ginge, möglichst schnell Hilfesuchenden eine Antwort zu geben. 

Sollte der Bevölkerung nicht alles Wissen zugänglich sein? Wenn es menschliches Wissen ist, welches könnte man berechtigterweise verbergen?

Samstag, 27. Juni 2026

Reziprozität braucht BGE

S.151
Karl Widerquist - Universal Basic Income, MIT PRESS

Reziprozität wird von den BGE-Gegnern eingefordert, von den Grundeinkommen-Befürwortern:

Wer etwas bekommt, soll etwas zurückgeben. Wer also Geld bekommt, soll dafür Arbeit zurückgeben.

Aber im bestehenden System ist die Reziprozität nicht gewährleistet:

Nicht alle haben Grund-und-Boden. Aber alle brauchen Grund-und-Boden, um darauf dasjenige zu gewinnen, von dem sie leben können: Wasser, Nahrung, Kleidung, Behausung.

Wenn sie kein Grund-und-Boden haben, müssten sie von denjenigen entschädigt werden, die diesen haben. Diese Entschädigung wäre dauerhaft, z.B. ein BGE.

Arbeit schafft kein Land. Deshalb können auch Landbesitzer nicht reklamieren, sie hätten ihren Besitz selbst geschaffen. Eigentum ist in vielen Fällen aus Ressourcen entstanden. Ressourcen kann man nicht produzieren und erarbeiten. Ressourcen sind da, von der Natur gegeben.

Donnerstag, 14. Mai 2026

Die Zukunft des Tauschrings

 Vor zwanzig, fünfundzwanzig Jahren, gab es eine Idee des Tauschrings. Was ist an ihr realistisch, was muss revidiert werden.

Ursprünglich war der Tauschring wie eine Verkaufsplattform aufgebaut, wie ein Handelskonzept umgesetzt. Wer etwas anzubieten hatte, gab dies bekannt und Interessierte konnten sich dieses Angebot holen. Der Unterschied zum regulären Wirtschaftsmarkt, war die Währung. Es ist eine eigene Währung, z.B. die Heunis. Zehn Heuni entsprachen 10 Euro. Bei Eintritt in den Tauschring, wurden Heunis großzügig vergeben, sodass ein Neumitglied gleich mit dem Tauschen beginnen konnte.

Auf dieser Plattform fanden sich sowohl einige ein, die etwas zum Tauschen anboten und mehr noch solche, die etwas von dem Angebotenen haben wollten. Somit konnte der Tauschring beginnen. 

Über die Jahre nun, konnte der Tauschring ausprobiert werden und die Erfahrungen mit dem Tauschring können unterschiedlich sein. Hier nun eine Einschätzung.

Das Konzept funktioniert nicht so, wie angedacht. Es sind gefühlt oder tatsächlich, mehr Nachfrager nach Dienstleistungen vorhanden, als es ein Angebot gibt. Das Angebot von Gütern kann man vernachlässigen, da der Handel damit ohne Probleme ablief, mit der Einschränkung, dass es verkehrt ist, wenn Tauschringe einen Handel von Gütern und Dienstleistungen mit der allgemein gültigen Währung einschränken oder verbieten.

Da mehr Nachfrager vorhanden sind, haben die Anbieter mehr Druck, ihren Aufgaben nachzukommen. Sie erhalten zwar recht schnell eine Menge Heunis, aber die Einlösung ihrer Einnahmen gegen andere Angebote gelingt nur schleppend, da solche Angebote nicht reichhaltig genug vorhanden sind. So füllt sich für die Anbieter von Dienstleistungen, das Konto, aber das Geld ist mehr oder weniger wertlos.

Das erinnert ein bisschen an die DDR, die auch ein Geld hatte, aber für dieses Geld gab es nicht wirklich einen Markt an Gütern und Dienstleistungen, die attraktiv erschienen.

Ein anderer Aspekt kommt erst auf den zweiten Blick zustande. Da die Angebote annonciert wurden, bestand eine Verbindlichkeit, auch diese Angebote zu leisten. Mit anderen Worten, es gab quasi eine Arbeitspflicht. Wer z.B. anbot, Elektroarbeiten im Haushalt zu übernehmen, wurde angerufen, er möge einen Auftrag übernehmen. Wer sich dem dann verweigerte, stand seltsam da und es wurde womöglich herumerzählt, die Person sei unzuverlässig und nicht empfehlenswert.

Und ein Weiteres, es kann der Eindruck entstehen, dieser Dienstleistungsmarkt geht in Richtung, Ausbeutung von Arbeitskraft. Warum? Zum einen sind die Arbeitskräfte im Tauschring, im Vergleich zum regulären Arbeitsmarkt, billig, zum anderen kann man sich einem einmal gemachten Angebot, nicht ohne weiteres wieder entziehen, ohne fragwürdig zu erscheinen.

Was sind die Lehren aus den Erfahrungen mit 20 Jahren Tauschring?

Der Hauptteil dieses Konzepts, funktioniert nicht ohne weiteres. Der Handel mit Dienstleistungen gelingt nur mit Einschränkungen. 

Hat der Tauschring eine Zukunft?

Ja, wenn man das Konzept weiterentwickelt. Es sollte auch der private Handel, geknüpft an die Eurowährung erlaubt sein. Der eigenen Einschätzung nach, sind andere Aspekte viel wichtiger, die gar nicht groß erwähnt werden, im Tauschring, aber zentral sind, für das Gelingen dieser Einrichtung. 

DIE KOMMUNIKATION

Auf den regulären Verkaufsplattformen, ist die Kommunikation nur Mittel zum Zweck. Aber im Tauschring ist die Kommunikation für die TeilnehmerInnen von großem Interesse. Über die Kommunikation lernt man die anderen Tauschring-Mitglieder kennen. 

Für die Kommunikation gibt es verschiedene Angebote. Das Sonntagsfrühstück, alle zwei Monate. Die TeilnehmerInnen bringen etwas zu essen mit und ein Büfet entsteht, für alle Anwesenden. Der Stammtisch. Einmal im Monat abends, können sich die Mitglieder in einem Lokal treffen. Und eventuell gibt es weitere Termine. Zu solchen Gelegenheiten, können die Mitglieder miteinander ins Gespräch kommen und sich gegenseitig kennenlernen.

Ein offizieller Angebotsmarkt, ist nur mit Einschränkung zu empfehlen. Man kann z.B. zeitlich befristete Angebote machen. Das verhindert Ausbeutung. Weiterhin ist es möglich, über die eigenen Fähigkeiten zu informieren, während der Kommunikations -Begegnungen. Im persönlichen Gespräch kann dann der Einzelne etwas anbieten. Aber nicht offiziell, über eine Angebotsplattform des Tauschrings. 

Wenn man diese Punkte berücksichtigt, ist der eigenen Einschätzung nach, auch weiterhin ein Tauschring attraktiv für die Bewohner. Denn die Armut ist noch nicht abgeschafft, in den Gesellschaften.

Donnerstag, 7. Mai 2026

Wie funktioniert Ausbeutung?

Eine Firma liefert Energie an Kunden. Diese Energieträger werden portionsweise ausgegeben. Der Kunde nimmt sich eine Portion und geht dann an die Kasse. Dort zahlt er bei einem Mitarbeiter der Firma die Menge Energie, die er genommen hat. 

Der Mitarbeiter gibt dem Kunden eine Quittung über die gekaufte Menge Energie. Der Mitarbeiter bekommt einen Lohn für die geleistete Arbeit.

Soweit so gut. 

Wenn dem Mitarbeiter der Job gefällt, kann er ihn weiterhin machen.

Wenn ihm der Lohn ausreichend oder gut erscheint, dann ist das ein weiterer Grund, dabei zu bleiben.

Wenn die Arbeitsbedingungen gut sind, gibt es keinen Grund unzufrieden zu sein.

WAS KANN SICH JETZT ÄNDERN?

Dem Arbeitgeber könnte in den Sinn kommen, dass der Mitarbeiter zu wenig Arbeit hat. Und dass man dem Mitarbeiter mehr Arbeit geben sollte, damit dieser ausgelastet ist. 

Dies ist ein sehr heikler Moment. 

Denn die Person A will darüber entscheiden, welche Arbeit der Person B zugemutet werden kann. 

Ist das in Ordnung so?

Nein, das ist nicht in Ordnung. Wer von anderen Anweisungen bekommt, was zu arbeiten ist, ist der Sklave des anderen. Und Sklave sein, ist menschenunwürdig und widerspricht den Menschenrechten.

Wenn jetzt der Mitarbeiter in der Energiefirma, zusätzlich zum Verkauf der Energieträger, auch noch Mitarbeiter eines Verkaufsshop sein soll, mit diversen Artikeln, die in die Regale eingeräumt werden müssen, dann hat die Person zusätzliche Arbeit, die sie nicht frei gewählt hat. 

Denn jetzt kann es sein, dass die Mitarbeiter-Person zu viel Arbeit und zu viel zu tun hat. Und es entsteht Stress, weil sowohl die Energieträger verkauft werden sollen und zusätzlich noch die Shop-Ware. Das kann dann zu viel sein und der Job wird stressig und anstrengend und den Mitarbeitern vergeht die Lust an der Arbeit. Zumal solche Jobs eh eher schlecht bezahlt sind. 

Da gerät dann der Bewohner in eine Ausbeutungssituation. Und da braucht man keine Gewerkschaften, um festzustellen, dass das nicht in Ordnung ist.

Das heißt, die Ausbeutung entsteht durch Überlastung von Mitarbeitern. Und diese Überlastung ist von den Arbeitgebern so angelegt. Denn sie können sehr wohl erkennen, dass eine Arbeitssituation zu stressig ist, für ihre Angestellten. 

Und es gibt dann diverse Ausreden, warum das scheinbar nicht anders geht: 

  • Die Konkurrenz ließe keine andere Arbeitssituation zu. 
  • Im Wettbewerb mit anderen Marktteilnehmern, müsse halt die maximale Arbeitsleistung erbracht werden. 
  • Wer die Arbeit nicht machen will, wird zwangsläufig durch einen besseren Mitarbeiter ersetzt. 
  • Eine höhere Bezahlung ließe der Markt nicht zu. Man stünde im internationalen Preiskampf. 

Ausbeutung wird so erklärt, dass es nun mal nicht anders ginge. 

PS: Ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) würde Ausbeutung unmöglich machen. Weil sich niemand ausbeuten lassen müsste. 😊

Donnerstag, 30. April 2026

Muss man was tun oder geschieht die Gesellschaftsgestaltung auch ohne mich?

Wenn man mit irgendwas unzufrieden ist, wäre das eine gute Gelegenheit, aktiv zu werden. 

BEISPIEL
Einerseits mag man den Arbeitsplatz und die Aufgabe, die man übernommen hat, andererseits findet man die Arbeitsbedingungen schlecht und menschenunwürdig. Was soll ich jetzt machen?

Die einen warten, bis die Politiker die Welt noch besser gestalten, mit ihren Gesetzen und Verordnungen. Und dann gibt es noch welche, die nicht warten wollen und selbst aktiv werden. 

Dieser zweite Weg, ist der interessantere. 

Was kannst du tun, bei einem solchen Arbeitsplatz?

Es gibt immer mehr Menschen, die sich einen solchen Job nicht bieten lassen wollen. Sie kündigen und machen irgendwas anderes. Obwohl sie eigentlich die Arbeit gerne machen würden. Aber eben nicht unter solchen Bedingungen.

Andere wenden sich an die Gewerkschaften und suchen bei denen Unterstützung für ihre Situation. Aber gerade bei den schlechten Jobs, sind eher keine Gewerkschaften zu finden.

Und Gewerkschaften sind dann keine Lösung, wenn die Mitarbeiter nicht ihr Klientel bestreiken wollen, weil sie wissen, dieses braucht sie. Im Grunde wollen die MitarbeiterInnen für ihr Klientel da sein, aber nicht unter diesen Bedingungen.

Ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) würde in solchen Situationen eine große Erleichterung darstellen. Denn schlechte Arbeitsbedingungen könnten die Leute dann ablehnen, ohne ihre Existenzsicherung zu verlieren, die sie über ein BGE haben.

Und andererseits könnten sie die Arbeit so machen, wie sie sie für richtig halten, ohne dafür einen Lohn fordern zu müssen, denn sie haben ein Grundeinkommen.

Die heutigen gesellschaftlichen Bedingungen erfordern einen Systemwechsel. Und dieser kann bloß über die Bewohner selbst stattfinden.

Samstag, 18. April 2026

Wie sieht das Arbeitsleben aus?

Die Arbeitswelt ist so gestaltet, dass der Bewohner in einem Land verpflichtet ist, zu arbeiten. Dies muss man ablehnen lernen. Sonst meint der Bewohner, das sei normal und man könne daran nichts ändern.

Wenn es Pflicht ist, zu arbeiten, gibt es keinen Weg, diesem Schicksal zu entkommen.

Warum ist das so? Weil die Menschen, die ohne einen Arbeitsplatz, die ohne eine Arbeit, die sie für andere verrichten, nicht existieren können. Es ist in allen Gesellschaften so angelegt, dass diese Konsequenz eintritt. Denn es ist dafür gesorgt, zum Beispiel in den europäischen Ländern, dass der Arbeitslose irgendwann nur noch so wenig Geld bekommt, dass er kaum davon leben kann und ständig verpflichtet ist Anträge zu stellen und nachzuweisen, dass er immer noch keinen Job gefunden hat, damit er das bisschen Geld bekommt, das ihm der Staat gewährt. 

Ist diese Regel gerecht und gut?

Eine Arbeitspflicht widerspricht der Würde des Menschen. Sie dürfte gar nicht existieren. Niemand darf verpflichtet sein, für andere Leute arbeiten zu müssen. Die Arbeitspflicht widerspricht den Grundrechten.

Was ist aber die Folge der Arbeitspflicht? Die Ausbeutung. 

Denn wer sich gegen eine Arbeitszumutung nicht wehren kann, nicht wehren darf, der ist der Ausbeutung ausgeliefert.

Wie funktioniert die Ausbeutung?

Manche Leute erhalten einen Job, der Nachteile hat. Was ein Nachteil ist, kann zwar subjetiv unterschiedlich empfunden werden, aber oft sehen die Menschen recht schnell die Probleme, die sie mit einem Job haben.

Manche müssen nachts arbeiten oder sehr früh morgens oder bis spät in den Abend. Andere müssen an den Wochenenden arbeiten, während manche dies nicht müssen.

Wieder welche, müssen in Schicht arbeiten. Das heißt, ständig wechselnde Arbeitszeiten, die ein geordnetes Privatleben unmöglich machen.

Oder es fallen ständig Überstunden an, obwohl man keine Überstunden arbeiten möchte. 

Dann wiederum kann es sein, dass die Kollegen ständig krank sind und der Mitarbeiter verpflichtet ist, deren liegengebliebene Arbeit mitzuerledigen. 

Derlei schlechte Arbeitsbedingungen, können die Menschen krank machen. 

Wer sich laufend krank meldet, kann auf die Dauer seinen Arbeitsplatz verlieren. 

Ausbeutung geschieht in solchen Arbeitszusammenhängen, die zum Nachteil des Arbeitnehmers ausgelegt sind. Der Arbeitnehmer kann sich oft nicht solchen Umständen entziehen, weil er dann kein Einkommen hätte und sich nicht mehr selbst finanzieren kann. Er wäre, wenn er z.B. seinen ausbeuterischen Job kündigt, existenziell abhängig vom Staat. Und der will nicht für die Existenzsicherung des Einzelnen verantwortlich sein. Er will den Bewohner gleich wieder in einen neuen Job loswerden.

Das kann dann wie ein Teufelskreis sein. Der Staat will den Arbeitslosen schnell wieder loswerden. Deshalb soll dieser in irgendeinem Job seine Existenzsicherung verdienen. Jobs für Arbeitslose, sind oft miese Jobs. Sogenannte Niedriglohnjobs. In ihnen verdient der Bewohner nicht nur wenig Geld. Meistens sind solche Jobs auch mit Ausbeutung verknüpft, mit schlechten Arbeitsbedingungen. Diese soll der Arbeitslose aber akzeptieren, statt dem Staat mit seiner Existenz auf der Tasche zu liegen. 

Wer jetzt aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen krank wird, sich krank meldet, riskiert, entlassen zu werden und der Kreislauf beginnt von neuem. 

Dienstag, 24. Februar 2026

Zusammenleben

Familie ist wie Firma. Der gesamte Ablauf, wer übernimmt welche Arbeiten, wer entscheidet über welche Bereiche, muss geregelt sein. Es muss Personen geben, die das entscheiden. Idealerweise handeln die Erwachsenen, die die Eltern der Kinder sind, wie ein Team. 

Ein Team sind Entscheider, die auf natürliche Weise herausfinden, wer welche Aufgaben entscheidet, wer welche Bereiche in seine Verantwortung übernimmt. Und der große Zusammenhang ist dann die Familie oder die Firma.

Wenn ein Verbund von Menschen existiert, weil Kinder gezeugt wurden, weil eine Firma gegründet wurde, dann kann man im Nachhinein herausfinden, ob die beteiligten Erwachsenen wie ein Team handeln können. Und es kann sich herausstellen, dass man nicht wie ein Team zusammenarbeitet. Weil eine Person hauptentscheidend sein will. Das ist dann eher eine hierarchisch gestaltete Zusammenarbeit. Aber, auch da ist es möglich, ähnlich wie ein natürlich gewachsenes Team zu arbeiten, aus der Einsicht heraus. Voraussetzung dabei ist, dass die hauptsächlich bestimmen wollende Person, die etwas nachrangig dastehende Person grundsätzlich achtet und den dieser Person zugeteilten Bereich anerkennt und dieser zweiten Geige, Respekt zollt. 

Dann haben wir eine Person, die grundsätzlich das Hauptentscheidungsrecht der anderen Person zuerkennt und von dieser dominierenden Kraft in der Zuständigkeit für andere Bereiche, anerkannt und würdevoll behandelt wird. 

1. Person, dominierende Kraft
2. Person, nachrangig, aber vollumfänglich anerkannt, in der Zuständigkeit für eigene Bereiche.

Der Clou dabei ist, dass diese Arbeitsbeziehung nachträglich erarbeitet und gemeinsam ausgetüftelt wurde. 

Was ist dabei der Punkt?

Ist einmal die Familie gegründet, die Firma eingetragen, dann entstehen Verantwortlichkeiten, denen man sich nur noch schwerlich entziehen kann. Den Kindern ist es egal, ob die Eltern sich alles vorher gut überlegt haben. Wenn diese den Nachwuchs einmal gezeugt haben, besteht ein Muss, für die Kinder dazu sein. Wer es dann noch wagt, sich zu entziehen, nimmt schwere Schuld auf sich.

Die Realität ist aber anders. Wir können als Erwachsene hinterher merken, dass die Beziehung zum Geschäftspartner oder Ehepartner nicht richtig funktioniert und das man nicht in der Lage ist, die Hindernisse in der Kommunikation zu überwinden. Wer nicht zu einem Team wird, ob auf natürliche Weise oder bemüht, der landet womöglich in einer hierarchisch strukturierten Beziehung, in der man als 2.Person nicht anerkannt ist und ein sado-maso Leben führen muss. Solches Zusammenleben gibt es zwar auch, es ist aber nicht zu empfehlen, weil es menschenunwürdige Umstände hervorruft. 

Oder, was ebenfalls passieren kann, dass die zweitrangig behandelte Person, sich einen anderen Partner sucht und die Beziehung und das Hervorgebrachte, die Kinder, die Firma aufgibt. 

Auch wenn dieses Verhalten nach einer Lösung ausschaut, so lässt sie doch ein Trümmerfeld an menschlichem Leid zurück, insbesondere bei den Kinder, Mitarbeitern, wenn sich eigentlich-Verantwortliche zurückziehen, egal, wie sie das begründen.