Eine Firma liefert Energie an Kunden. Diese Energieträger werden portionsweise ausgegeben. Der Kunde nimmt sich eine Portion und geht dann an die Kasse. Dort zahlt er bei einem Mitarbeiter der Firma die Menge Energie, die er genommen hat.
Der Mitarbeiter gibt dem Kunden eine Quittung über die gekaufte Menge Energie. Der Mitarbeiter bekommt einen Lohn für die geleistete Arbeit.
Soweit so gut.
Wenn dem Mitarbeiter der Job gefällt, kann er ihn weiterhin machen.
Wenn ihm der Lohn ausreichend oder gut erscheint, dann ist das ein weiterer Grund, dabei zu bleiben.
Wenn die Arbeitsbedingungen gut sind, gibt es keinen Grund unzufrieden zu sein.
WAS KANN SICH JETZT ÄNDERN?
Dem Arbeitgeber könnte in den Sinn kommen, dass der Mitarbeiter zu wenig Arbeit hat. Und dass man dem Mitarbeiter mehr Arbeit geben sollte, damit dieser ausgelastet ist.
Dies ist ein sehr heikler Moment.
Denn die Person A will darüber entscheiden, welche Arbeit der Person B zugemutet werden kann.
Ist das in Ordnung so?
Nein, das ist nicht in Ordnung. Wer von anderen Anweisungen bekommt, was zu arbeiten ist, ist der Sklave des anderen. Und Sklave sein, ist menschenunwürdig und widerspricht den Menschenrechten.
Wenn jetzt der Mitarbeiter in der Energiefirma, zusätzlich zum Verkauf der Energieträger, auch noch Mitarbeiter eines Verkaufsshop sein soll, mit diversen Artikeln, die in die Regale eingeräumt werden müssen, dann hat die Person zusätzliche Arbeit, die sie nicht frei gewählt hat.
Denn jetzt kann es sein, dass die Mitarbeiter-Person zu viel Arbeit und zu viel zu tun hat. Und es entsteht Stress, weil sowohl die Energieträger verkauft werden sollen und zusätzlich noch die Shop-Ware. Das kann dann zu viel sein und der Job wird stressig und anstrengend und den Mitarbeitern vergeht die Lust an der Arbeit. Zumal solche Jobs eh eher schlecht bezahlt sind.
Da gerät dann der Bewohner in eine Ausbeutungssituation. Und da braucht man keine Gewerkschaften, um festzustellen, dass das nicht in Ordnung ist.
Das heißt, die Ausbeutung entsteht durch Überlastung von Mitarbeitern. Und diese Überlastung ist von den Arbeitgebern so angelegt. Denn sie können sehr wohl erkennen, dass eine Arbeitssituation zu stressig ist, für ihre Angestellten.
Und es gibt dann diverse Ausreden, warum das scheinbar nicht anders geht:
- Die Konkurrenz ließe keine andere Arbeitssituation zu.
- Im Wettbewerb mit anderen Marktteilnehmern, müsse halt die maximale Arbeitsleistung erbracht werden.
- Wer die Arbeit nicht machen will, wird zwangsläufig durch einen besseren Mitarbeiter ersetzt.
- Eine höhere Bezahlung ließe der Markt nicht zu. Man stünde im internationalen Preiskampf.
Ausbeutung wird so erklärt, dass es nun mal nicht anders ginge.
PS: Ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) würde Ausbeutung unmöglich machen. Weil sich niemand ausbeuten lassen müsste. 😊