Wer sich bloß an den physischen Dingen orientiert, in der Arbeit physische Dinge handhabt (z.B. als Arzt den Körper), in der Freizeit physische Dinge kennenlernt (z.B. verschiedene Weinsorten, Holzarten, Fleischsorten) und als Wohlstand und Reichtum bloß Physisches als wertvoll erachtet (z.B. Gegenstände oder Grundbesitz), der kann über die Zeit eine gewisse Leere empfinden und dann pessimistische Züge entwickeln.
Weil etwas fehlt. Es fehlt das Geistige.
Sowohl bei der Arbeit, als auch in der Freizeit und dann auch im Besitz, wird nur Physisches angehäuft und gehandhabt. Und dann entwickelt die Person ein negatives Weltbild und spricht sich z.B. für die Todesstrafe aus.
Die Idee der Todesstrafe, ist eine pessimistische Weltsicht. Sie sagt, es geht nicht weiter, es geht zu Ende. Und sie wird düster, wenn sie die Peinigung des Anderen vorsieht. Diese Ideen als Weltsicht, sind aber begrenzt. Die Chance, die Möglichkeit kann man sich immer vorstellen. Wer sich diese nicht mehr vorstellt, hat sein eigenes Denken beendet und ist in einer Sackgasse.
In allem Leben ist Hoffnung. Wenn man sie denkt.
Niemand muss in der denkerischen Dunkelheit stehenbleiben. In der Welt gibt es mehr Möglichkeiten, als bloß die Eine.
Aber vielleicht richten sich einige in ihrer Dunkelheit ein, weil sie den gewählten Lebensstil rechtfertigen hilft. Wer den gewählten Lebensstil durchhalten will, braucht eine Rechtfertigung dafür.
Einen geistigen Weg wählen, heißt, sich von dem bloß Physischen zu befreien und diesem noch Weiteres hinzufügen, was darüber hinausragt. Dies eröffnet Optionen, die vorher noch nicht in dem Maße da waren.
Wer also in der physischen Welt verloren zu gehen droht, der gewinnt mit geistigen Perspektiven Sichtweisen hinzu, die einen neuen Horizont schaffen. Dies kann etwas Befreiendes sein.
Was sind geistige Perspektiven?
Kunst, Kultur, Wissenschaft, Bildung enthalten Dimensionen, die über das Physische hinausgehen. Es ist doch erstaunlich, dass wir von Kindesbeinen an, mit bestimmten Worten, Begriffen hantieren, aber uns deren Bedeutung nicht wirklich bewusst sind.
Was heißt es denn, wenn wir die Worte Seele, Ich, Bewusstsein, Denken, Gefühle verwenden. Glaubt denn jemand ernsthaft, es würde sich bei diesen Dingen um etwas Physisches handeln?
Nehmen wir das Beispiel Denken und Ich. Wenn jemand behauptet, nicht ich denke, sondern mein Gehirn würde denken, dann erkennen die meisten doch sofort, dass diese Aussage absurd ist. Denn es kann doch nur das Eine oder das Andere richtig sein. Wenn ich denke, dann denkt nicht mein Gehirn, sondern ich. Ansonsten würde mein Gehirn denken und ich selbst hätte damit nichts zu tun, was allerdings einfach nur albern wäre, weil dann jemand anderes als ich in mir denken würde. Aber jeder würde es doch als lästig empfinden, wenn jemand anderes in einem wäre, das denkt. Deshalb ist die Annahme, dass ich denke, doch die wahrscheinlichere. Und das Ich ist nicht physisch.
Wenn wir also über Seele, Ich, Bewusstsein, Denken, Gefühle reden, dann meinen wir höchstwahrscheinlich seelisch-geistige Phänomene. Seelisch-geistige Phänomene sind keine physischen Dinge. Aber es mag Übergangssituationen geben. Zum Beispiel die Gefühlswelt. Sie drückt sich seelisch-geistig aus, sie kann sich aber auch zusätzlich physisch ausdrücken, wenn jemand z.B. rot wird.
Wer sich geistig orientieren will, meint somit wahrscheinlich Seelisch-Geistiges. Und nicht Physisches.