Montag, 6. Januar 2025

Wahrnehmung und Kommunikation über Soziale Netzwerke starten?

Wichtig ist die Frage, wie man sich ins Gespräch begibt. Und was das mit Sozialen Medien und Netzwerken zu tun hat.

Oder will man erst mal zu bestimmten Themen sich informieren und Beiträge von anderen Leuten lesen?

Über Beiträge von Teilnehmern in Sozialen Netzwerken, kann man zu deren Internetseiten gelangen, auf denen meist mehr Worte stehen, als z.B. in einem Bluesky Beitrag. Dann kann man schauen, ob diese Person einen Feed auf der Homepage bereitstellt und diesen dann abonnieren und der eigene Feed Reader bekommt automatisch die neuesten Beiträge der gewählten Internetseiten.

Dann ist die Frage, ob man selbst zu den gewählten Themen Beiträge schreiben will, auf den eigenen Internetseiten, auf der eigenen Homepage. Will man das, dann können andere Leute diese Beiträge lesen und einschätzen, ob sie mit den gemachten Aussagen etwas anfangen können und sie interessiert. 

So kann man gegenseitige Wahrnehmung versuchen. 

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass man zwar zu den gleichen Themen schreibt, aber nicht zu denselben Schlussfolgerungen und Standpunkten gelangt. Dann muss man halt weitersuchen, ob man noch Leute mit ähnlichen Meinungen und Einstellungen findet, wie man sie selbst hat.

Sonntag, 5. Januar 2025

Wie geht es weiter, mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen?

Vielleicht so.

Viele Fans, Interessierte, Anhänger und Freunde des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) lassen sich von der Euphorie tragen, wenn eine Begeisterung für dieses Thema in der Öffentlichkeit wahrnehmbar ist. Aber diese Begeisterung kann nachlassen, insbesondere dann, wenn sich das Thema nicht umsetzen lässt und wenn zu wenige bei der Sache mitziehen.

Dann werden Projekte eingestellt, Personen wenden sich wieder anderen Themen zu und die ganzen Aktivisten verschwinden mehr oder weniger von der Bildfläche.

Aber ist diese Entwicklung berechtigt?

Bestimmt nicht. Es geht darum, das Thema in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Das BGE ist Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung, die schrittweise in Gang kommt. Das BGE betrifft die Sozialgestaltung in den Gesellschaften und den Arbeitsbereich und die Wirtschaft in den Lebenszusammenhängen. 

Wenn man dieses erkennt, dann kann man sich auch weiterhin für sinnvolle Entwicklungen in den Gesellschaften einsetzen. Quasi lebenslang. Weil dieses Thema, die Gesellschaftsgestaltung, eines der Bürgerinnen und Bürger ist, in funktionierenden Demokratien.

Wenn wir also den Dauerbrenner erkennen, der hinter dem BGE steht, die Gesellschaftsgestaltung als Aufgabe, dann können alle Personen, die sich in dieses Thema eingearbeitet haben, dieses nahtlos in den größeren Kontext einer weiteren gesellschaftlichen Entwicklung einbauen. 

Eine gute Gelegenheit wäre z.B. die Einrichtung von Arbeitskreisen mit Personen ähnlicher Denkrichtung, mit denen man dann weiter an diesen Themen arbeiten kann, um am Ball zu bleiben. 

Ein Rückzug, nur weil das BGE jetzt gerade nicht eingeführt wird, ist also überhaupt nicht angebracht. Die gesellschafts-gestalterische Arbeit der Bürger, ist eine nicht endende Aufgabe. 

Nachrichtenbewertung

Die traditionellen Medien und Politiker, sind immer seltener Quelle für Informationen. Auch deshalb, weil Missinformation, Propaganda und Fake News, den Leuten Sorge bereitet. Stattdessen suchen sie sich die Mitteilungen bei den Mitbürgern, in aller Welt. Was sagen die. Welche Botschaften bringen sie aus ihrem Leben und ihrer Erfahrung in die Runde. Was erleben sie bei ihrer Arbeit und in ihrem Beruf, was schlagen sie vor. Und in der Fülle an Nachrichten, Threads, Messages, Retweets, haben wir mittlerweile alles, was wir an Informationen brauchen. 

Aber war es denn früher einfacher, Propaganda von Wahrheit und Fake News von Fakten zu unterscheiden, als es die Möglichkeiten im Internet sich auszutauschen, noch nicht gab. Vielleicht gab es früher nur die Lüge und die Unwahrheit und niemand hatte sich daran gestört, weil gar keine anderen Quellen zur Verfügung standen?

Und heute ist es leichter die Lüge von der Wahrheit zu unterscheiden?

Wenn man zu einem Thema eine Nachricht erhält, muss der Empfänger immer selbst entscheiden, ob das Mitgeteilte glaubwürdig, wichtig, interessant oder berechtigt erscheint. Wer soll den sonst dieses Urteil fällen? Würden wir uns auf andere verlassen, wäre das ein Ausdruck von Unmündigkeit. Sicher kann man zu einem Thema, in welches man sich nicht eingearbeitet hat, auf das Urteil anderer bauen, wenn man diese für glaubwürdig hält und ihnen vertrauen und sich auf sie beziehen will.

Aber oft beschäftigen wir uns mit ausgewählten Themen, in die wir uns interessehalber bereits vertieft haben. Also kennen wir uns aus und können selber entscheiden. Außerdem können wir gefühlsmäßig sagen, welche Nachrichtenverbreiter sympathischer wirken als andere. Wer sich zwangsweise bezahlen lässt, ist schon mal unsympathisch.

Freitag, 3. Januar 2025

Arbeitserleben

Immer wieder sagen die Menschen, dass ihre Arbeit sie unzufrieden macht. Die Gründe sind unterschiedlich. Aber was öfters zu hören ist, sind die Arbeitsbedingungen, über die die Leute klagen. Und bei den Arbeitsbedingungen ist es oft die Mehrarbeit, die die Werktätigen zu leisten haben. Diese Mehrarbeit macht ihnen zu schaffen. 

Oft sind es Überstunden, die sie zu leisten haben. Sie sollen mehr arbeiten, als grundsätzlich vereinbart ist. Und in der heutigen Zeit ist oft der Grund, dass andere Mitarbeiter sich krank gemeldet haben und für diese sollen sie jetzt die Arbeit machen. 

Es nützt auch nichts, zu sagen, dass jeder krank werden kann und sich krank meldet. Denn leider kann der Einzelne erleben, dass immer wieder dieselben, über das Jahr verteilt sich dauernd krank melden, nicht selten an den Brückentagen, vor oder nach Feiertagen, vor oder nach dem eigenen Urlaub. Oder dann, wenn sie zur Spätschicht oder Nachtschicht antreten müssten.  

Wie reagieren diejenigen, die das ausbaden müssen? Sie sind natürlich verärgert. Aber warum wehren sie sich nicht einfach, wenn denn die Bedingungen am Arbeitsplatz so schlecht sind? Weil es nicht leicht ist, einen gleichwertigen Job zu finden, weil man die jetzige Arbeit kennt und bei einem neuen Job alles wieder von vorne beginnt, weil man abgemahnt und letztlich gekündigt werden kann, wenn man sich weigern würde, die Mehrarbeit zu leisten. Die Arbeitsbedingungen in Diktaturen, totalitären Staaten und Demokratien sind gleichermaßen schlecht, weil in allen Gesellschaftsformen die Arbeitspflicht für die Bevölkerung herrscht. Mit der Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens, wäre die Arbeitspflicht abgeschafft. So aber, ist jeder genötigt, seine Arbeitskraft herzugeben, um existieren zu können und die existenzsichernden Güter zu erhalten.

Arbeitszwang

Obwohl der Arbeitszwang das Problem ist, wird er aber als solcher nicht wahrgenommen. Das ist ein bisschen so, als ob jemand Sklave ist und er hätte die Option frei zu sein, aber die Freiheit wird als Möglichkeit nicht wahrgenommen, denn als Sklave hat man sein Essen, die Unterkunft und man muss sich nicht erst um eine Arbeit bemühen, man macht einfach was der Master sagt. Man will halt bloß ein bisschen bessere Arbeitsbedingungen, aber nicht frei sein?  

Denn wenn manche Arbeitnehmer, die so heftig über ihre Arbeitsbedingungen schimpfen und klagen, mit dem Arbeitszwang konfrontiert sind, und wenn der abgeschafft wäre, könnten sie ja den Job einfach kündigen, dann wollen sie davon nichts hören und davon nichts wissen. Denn der Arbeitszwang wird seltsamerweise von vielen Menschen klaglos hingenommen, als Schicksal, weil es halt so ist und daran könne man nichts ändern oder sollte man nichts ändern, denn das wäre unmoralisch, wenn nicht mehr jeder zur Arbeit gezwungen ist. So in der Art, ist dann die Reaktion, wenn die Leute, die so heftig über ihre Arbeitssituation klagen, mit Möglichkeiten konfrontiert sind, die Sache aus einem anderen Licht zu sehen.

Und das ist auch der Grund, warum das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) es so schwer hat, in der Gesellschaft eine breite Unterstützung zu finden, weil es immer wieder welche gibt, die es als unmoralisch empfinden, wenn nicht alle in der Gesellschaft, die arbeitsfähig sind, zur Arbeit gezwungen sind. 

Der Irrtum bei dieser moralischen Betrachtung, liegt in der Gewichtung der Ethik und Sittlichkeit. 

  • Ist es ungerecht, wenn nicht alle zur Arbeit verpflichtet sind?
  • Ist es gerecht, wenn jede arbeitsfähige Person zur Arbeit für andere gezwungen ist?
  • Ist es eine Grundrechtsverletzung und Missachtung der Menschenrechte, wenn wir die Bürgerinnen und Bürger nötigen, per Gesetze und Verordnungen, ihre Arbeitskraft an andere Leute verkaufen zu müssen?
  • Haben wir eine gute und lebenswerte Gesellschaft, wenn in ihr Arbeitszwang für die Bewohner herrscht?

Je nach dem, wie wir selbst die Antworten auf diese Fragen geben, ist unser Verhältnis zur Grundeinkommen-Idee.

Sonntag, 29. Dezember 2024

BGE Entwicklung

 Universal Basic Income (MIT Press Essential Knowledge series)

Der Autor bezieht sich auf das Zustandekommen der Grundeinkommen-Idee. 

In der Frühzeit der menschlichen Entwicklung, gab es kein Privateigentum. Wandernde Menschengruppen teilten dasjenige, was sie sammelten und jagten. Überschüssiges gaben sie anderen Personen, die es gebrauchen konnten. Das Land und die Dinge darauf, waren Gemeingüter (commons). Eine später einsetzende Bewegung, hat mehr und mehr Gemeingüter in Privatbesitz umgewandelt (enclosure). 

Das Bedingungslose Grundeinkommen entspricht von der Idee her, den commons, den Gemeingütern. Die Erde gibt mit ihren Schätzen die Grundlage für die Existenz aller Menschen. Durch Inbesitznahme dieser Grundlage für alle Menschen, als Privateigentum, werden Menschen von den existenzsichernden Gütern ausgeschlossen. 

Heutiges Beispiel ist, wenn sich Obdachlose behelfsmäßig irgendwo eine Hütte, Unterkunft herrichten, so wird diese niedergerissen und die Personen mit einer Strafe belegt, weil sie widerrechtlich an diesem Ort etwas gebaut haben. Dieser Umstand kommt daher, weil es keine Gemeingüter mehr gibt. Jedes Fleckchen Erde gehört heutzutage jemandem. Und sei es dem Staat, der Gemeinde, der Stadt und so weiter. Deshalb kann man sich heute nicht mehr, wie in alten Zeiten selbst versorgen. Stattdessen muss der Einzelne seine Arbeitskraft an Geldbesitzer verkaufen. Dies ist aber würdelos und entspricht nicht modernen grundrechts-konformen Gesellschaften.

Interessant ist auch der Hinweis in dem Buch, dass die Frauenbewegung in den 60er und 70er Jahren die Grundeinkommen-Idee unterstützten, weil sie die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von Frauen gegenüber den althergebrachten Lebensweisen (Rolle als Ehefrau, Mutter) betonte, während heute gerade durch den Staat, die Unabhängigkeit der Frauen als Arbeitnehmerin gepriesen wird und die Kinderbetreuung soll staatlich geschehen. Dagegen wäre dann nichts einzuwenden, wenn die Betroffenen Wahlfreiheit hätten. Also selbst entscheiden könnten, ob sie zuhause überwiegend die Fürsorge für Angehörige bewerkstelligen oder für fremde Leute gegen Geld arbeiten und die Betreuung der nahen Verwandten fremden Leuten überlassen. Aber gerade diese Freiheit haben sie nicht, im Bürgergeld Sozialsystem, sondern die Behörden wollen das entscheiden.

Mittwoch, 25. Dezember 2024

Psychologie

Was sich jetzt, im Nachhinein erweist, ist, dass die Anfangszeit, das scheinbar Lästigste, Schwierigste, scheinbar Ungeeignetste, ärgerlich und unzureichend Wirkende, die Psychotherapie, am wichtigsten war.

Warum? Dieser so ausschauende Minischritt, dieses so Anstrengende und offenbar Nutzlose oder kaum Wirksame, dieses Schrittchen in der eigenen Entwicklung, diese womöglich ohne Effekt verpulverte gefährliche Zeit, hatte alle weiteren größeren Schritte vorbereitet. Das muss einem auffallen. In der Rückschau. Dass das sonst gar nicht möglich gewesen wäre, die weiteren, dann größeren Schritte der Entwicklung, der dann deutlichere Erfolg, und so weiter.

BGE im Sozial- und Steuersystem

 Universal Basic Income (MIT Press Essential Knowledge)

Was kostet ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)

Der Autor unterscheidet zwischen Netto- und Bruttokosten. Diese Unterscheidung ist sehr wichtig und wird meistens von den Grundeinkommens-Gegnern vermieden. Den Grundeinkommens-Gegnern geht es darum, Horrorgeschichten über das BGE zu verbreiten und das scheint am ehesten möglich, mit unzutreffenden Aussagen über das BGE. So halt auch bei den Kosten. 

Karl Widerquist macht deutlich, dass bei den Kosten für das Grundeinkommen, nur die Nettokosten in Frage kommen. Die Bruttokosten sind diejenigen, bei denen der Eigenanteil verschwiegen wird. Nettokosten sind jene, bei denen der Eigenanteil abgezogen wurde. Wer 1000 Grundeinkommen bekommt, aber 1200 Steuern zahlt, hat sein Grundeinkommen selbst finanziert. Daher sind die Kosten für ein Grundeinkommen deutlich geringer, als wenn man bloß den Grundeinkommen-Betrag mal der Bewohnerzahl multipliziert.

Nicht die Kosten seien das Problem, so der Autor, sondern die Implementierung des BGE, in das bestehende Steuersystem. Nach Berechnungen, die bereits 2015 für die USA angestellt wurden, würden nur knapp 3% des Bruttosozialprodukts benötigt, um die Armut in den USA für alle Betroffenen zu beenden, durch Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens für alle Bewohner. 

Die Wertschöpfungssteigerungen seit den 50er Jahren, sind dermaßen hoch, dass die Einsetzung eines BGE problemlos möglich ist. Und das dann im Anschluss die Arbeitsanreize fehlen würden, ist eher unwahrscheinlich, weil selbst bei einer 50% Einkommenssteuer noch so viel an Konsumkraft für den Einzelnen erreichbar ist, dass es sich lohnt eine Tätigkeit zu ergreifen. 

Was soll besteuert werden? 

Widerquist unterscheidet Einkommen durch Arbeit und durch Eigentum. Es erscheint sinnvoll, nicht die Arbeit zu besteuern (Arbeit, z.B. als Dienstleistung, wird ständig gebraucht), sondern den Besitz. Geldbesitz, Reichtum und Landbesitz sind solche Werte, deren Besteuerung möglich ist, für die Finanzierung eines BGE. Es kann die Umweltverschmutzung, die Missnutzung der Umwelt und der Ressourcen besteuert werden. Und über eine Konsumsteuer kann der hochwertige Konsum, der Reichenkonsum abgeschöpft werden, während durch unterschiedliche Steuersätze für Grundversorgungs-Güter, die Konsumsteuer gerecht gestaltet werden kann. 

Da es verschiedenste Hebel bei der Besteuerung gibt, wäre eine Finanzierung des BGE möglich, ohne die Produktivität allzu sehr auszubremsen.